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Lage & Geschichte

Die Attendorner Talsenke bildet im Südsauerland eine besonders reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft. Am Südrand der Senke zieht die Bigge in ruhigen Schwingungen von Südwesten nach Nordosten, heute von Eisenbahn und moderner Landstraße begleitet. An ihrem Nordufer liegt die Stadt Attendorn, von den verschiedenen umliegenden Höhen in abwechslungsreichem Prospekt einzusehen.

 

Deutlich hebt sich der etwa eirunde mittelalterliche Stadtkern von den zerstreuten neuen Stadtvierteln ab. Blickt man aus der Stadt und ihrer Umgebung nach Südosten gegen die Waldberge, so sieht man von überall her aus der grünen Masse der Bäume die Türme und Gebäude eines großen Schlosses aufragen, das weithin die Attendorner Senke beherrscht.

 

Es ist die Burg Schnellenberg, Besitz der Freiherren v. Fürstenberg-Herdringen. In Westfalen gibt es nur wenige Schlossanlagen, die wie der Schnellenberg eine derartig souveräne und weithin herrschende Lage besitzen. Die Entstehung der Burg ist zusammen mit der Geschichte Attendorns zu sehen. Der Kölner Erzbischof Engelbert von Berg ließ 1222 diesen Ort befestigen, womit seine Entwicklung zur Stadt abgeschlossen war.

 

Gleichzeitig wurde von ihm die Burg Schnellenberg angelegt, was in einem Abkommen mit dem Grafen von der Mark bezeugt ist, dem er auf dieser Burg zwei Burglehen überließ. Die neu angesetzten Burgmänner entstammten Adelsfamilien der Nachbarschaft. Die Zweckbestimmung der neuen Burg war die Sicherung der „Heidenstraße“, damals eine der wichtigsten Handelsstraßen im Sauerland, die vom Rhein über Meinerzhagen und Valbert durch die Stadt Attendorn, hier die Bigge überschreitend, das südliche Bergufer ersteigend, um die neue Burg herumgeführt, die Berge in Richtung Dünschede überquerend, das Lennetal bei Grevenbrück erreichte. Von dort lief sie über Elspe und Schmallenberg in Richtung auf die hessischen Länder weiter.

 

Heute existiert diese alte Fernstraße zwischen Schnellenberg und Dünschede nur noch als Waldweg. Der neuzeitliche Verkehr verläuft auf anderen Bahnen. Nach der für das Kölner Erzbistum verhängnisvollen Schlacht bei Worringen 1288 musste die nur gut drei Kilometer südwestwärts gelegene kölnische Burg Waldenburg 1289 pfandweise an den Grafen von der Mark abgetreten werden. Als Ausgleich ließ der Marschall des Herzogtums Westfalen Johann v. Plettenberg um 1291 die Burg Schnellenberg mit tatkräftiger Hilfe der Bürger von Attendorn neu und stärker befestigen.

 

Bereits im Jahre 1300 gelang die Wiedereinlöse Waldenburgs, wodurch der Schnellenberg an Bedeutung verlor. Die Burg wurde fortan nur noch von kölnischen Burgmännern bewohnt und betreut. Die Herren v. Plettenberg, hauptsächlich verdient um den Ausbau der Anlage, schieden 1333 als Burgmänner auf dem Schnellenberg aus. In ihr Lehen, das das Amtshaus mit einer Wohnung für den Erzbischof einschloss, traten die Herren Vogt v. Elspe ein.

 

Geschichte - Caspar von Fürstenberg - Burg Schnellenberg - Burghotel - Restaurant - Ausflugsziel AttendornDer Ankauf des Schnellenbergs ist sicher wegen dessen hervorragender Lage sowie der besseren Ausbaumöglichkeiten erfolgt. Für den neuen Besitzer kam aber auch hinzu daß er über die Familie von Schnellenberg vermeintlich zuverlässige Unterlagen erhalten hatte, wonach in alter Zeit die Bewohner dieser Burg zur Reichsritterschaft berufen gewesen sein sollten.

 

1595 stellte Caspar v. Fürstenberg erneut Antrag auf Aufnahme in die Reichsritterschaft, die auch gewährt wurde. Im gleichen Jahr begann er den Ausbau des vorhandenen Baubestandes zu einem blockartigen Vierflügelschloss. Erhaltene Pläne zeigen an, dass zunächst an ein wesentlich größeres Schloss mit vier runden Ecktürmen gedacht war, wie es durch Umbau 1585-92 beim Schloß Neuhaus, der Residenz der Fürstbischöfe von Paderborn, verwirklicht worden ist. Der Architekt für Schnellenberg war vermutlich Hans Adam, den der Bauherr wohl durch seinen fürstbischöflichen Bruder empfohlen bekommen hat.

 

Aber das Großprojekt ist wegen der im Gebirge notwendigen ungeheuer kostspieligen Substruktionen fallen gelassen worden zugunsten der kleinen Lösung, bei der sehr viel alte Bausubstanz mit verwendet werden konnte. 1599 regte der fürstbischöfliche Bruder die überaus kostbare Ausstattung der Hauskapelle im Obergeschoß des mittelalterlichen Torturm-Bergfriedes an. Caspar v. Fürstenberg vertraute diese Arbeiten dem Bildhauer Johann Hocheisen, der seit 1596 für den Schnellenberg tätig war, dem Kleinschnitzler Hans Miltenberger, beide aus Frankfurt, dem Maler Augustin Jodefeld aus Paderborn sowie dem Schreiner Meister Bernhard an.

 

Der Fürstbischof schenkte 1601 die gesamte prachtvolle Silberausstattung an liturgischen Geräten, die sein Goldschmied Anton Eisenholt aus Warburg geschaffen hatte. Nachdem 1606 alle Bauarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen waren, konnte Caspar v. Fürstenberg 1608 seinen Wohnsitz endgültig von Bilstein nach Schnellenberg verlegen. Hier verlebte er noch zehn glückliche Jahre, wie wir aus seinem berühmten Tagebuch wissen, das auch über alle Bauangelegenheiten unterrichtet.

 

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1618 starb er in Arnsberg und wurde dort in der Wedinghauser Stiftskirche begraben. Sein Sohn Friedrich (1576-1647) setzte ihm ein hervorragendes Grabmal von der Hand Heinrich Gröningers aus Paderborn, das heute als Retabel den Hochaltar dieser Kirche schmückt. 1658 begann der Enkel Caspars Friedrich v. Fürstenberg (1618-1662) mit der Vorbereitung neuer Baumaßnahmen an der Oberburg.

 

Der Südflügel ist teils neugebaut, teils verändert worden. 1661 waren die Arbeiten, zu denen auch eine Bautätigkeit an der Ökonomie kam, beendet. Die Erhebung des Geschlechts in den Reichsfreiherrenstand 1660 hatte diese Maßnahmen beflügelt, eine finanzielle Dotation durch den Onkel des Bauherrn, den Salzburger Domherrn und münsterischen Dompropst Wilhelm v. Fürstenberg (1623-1699), hatte alles erleichtert.

 

In der nächsten Generation ließ der Droste Ferdinand v. Fürstenberg (1661-1718), das Patenkind des gleichnamigen Onkels und Fürstbischofs von Paderborn, nach 1683 verschiedene Bauarbeiten an den Wirtschaftsbauten und im Hauptgebäude selbst ausführen. Die für das Schloss wichtigste Bauperiode setzte im Jahr 1686 ein. Die Neu- und Umbauten, die Ferdinand v. Fürstenberg von jetzt an errichten ließ, gaben dem Schloss die gegenwärtige äußere Gestalt.

 

Zuerst entstand an der Oberburg der mächtige Pavillonturm auf dessen Westecke (1686). Diesem markanten Bauteil folgte sofort 1687 die Planung und dann Errichtung der riesigen Vorburg, die den Maßstab aller bisherigen Bauvorhaben sprengte. Der geniale Entwerfer - obschon in den Akten offenbar nicht genannt - kann der Kapuzinerbruder Ambrosius von Oelde gewesen sein. Er hatte ab 1677 für Johann Adolf v. Fürstenberg das Schloß Adolphsburg bei Oberhundem entworfen und für dessen Bruder Fürstbischof Ferdinand von Paderborn ab 1681 unter anderem die Kapuzinerkirche dort errichtet. Beide Onkel werden also dem Neffen in Schnellenberg diesen bewährten Meister zum Ausbau des Schlosses empfohlen haben. Die neue Vorburg, die wohl als eine Art Jagdschloss zur Unterbringung einer großen Zahl von Gästen und vielen Pferden eingerichtet war, entstand zwischen 1687 und 1694 unter dem Maurermeister Andreas.

 

Die lnnenausstattungsarbeiten zogen sich bis 1704 hin. 1708 entstand das äußere Vorwerk in seiner heutigen Gestalt. Inzwischen waren bis 1690 die Umgestaltungsmaßnahmen an der eigentlichen Oberburg fertig geworden. 1710 haben die Kunsthandwerker die letzten Innendekorationen abgeschlossen.

 

Im ganzen 18. Jahrhundert ist das Schloß Schnellenberg nur noch vorübergehend von der Familie bewohnt worden. Zum Teil bevorzugte man die Adolphsburg und noch im ersten Viertel des Jahrhunderts schien das Schloß Herdringen bei Neheim die Hauptresidenz werden zu sollen wenigstens sind damals sehr großzügige Pläne dafür entstanden. Der letzte Bewohner des Schnellenberges war Friedrich Leopold v. Fürstenberg der 1791 nach einer deutlich betonten Bauinschrift größere Restaurierungen veranlasst hat.

 

Während des 19. Jahrhunderts hat die Familie das Schloss nicht mehr bewohnt. Ernst Friedrich Zwirner errichtete 1848-52 die neue prachtvolle Familienresidenz in Herdringen. Im Jahre 1889 vernichtete ein Großfeuer das Innere und die Dächer der herrlichen Schnellenberger Vorburg die seitdem Ruine war. 1902 ließ die kunstsinnige Gräfin Pia v. Fürstenberg einen Teil der kostbaren Ausstattungen aus Schnellenberg nebst den dazu passenden Teilen aus Schloß Adolfsburg restaurieren und in Schloß Herdringen einbauen. In der allgemein schwierigen Zeit nach 1918 hat die Oberburg verschiedenen provisorischen Verwendungszwecken gedient.

 

In den 1930er Jahren begannen Wiederherstellungsarbeiten an der Oberburg. Ab 1946 wurde in sehr glücklicher Weise der Südflügel der ausgebrannten Vorburg als Gaststätte und Hotel ausgebaut. Aufgrund der Schräglage (ca. 50°) des Felsens, auf welchem Südturm und Südflügel der Vorburg gegründet sind, traten 1962-63 erhebliche Setz- und Abrissschäden auf Diese akute Gefahr für das schöne Bauwerk konnte nur durch technisch sehr schwierige und kostspielige Spezial-Betonierungsarbeiten beseitigt werden. Die Familie v. Fürstenberg hat mit größten finanziellen Opfern die Wiederherstellung des alten Zustandes - mit geringen Änderungen für den neuen Verwendungszweck - betrieben. Die Hintansetzung kaufmännischer Überlegungen hat die Erhaltung der größten und auch interessantesten Burganlage des Sauerlandes bewirkt.